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"Singen, tanzen, danken dem Herrn!"

Autor: LenaDawin | Datum: 14 März 2011, 02:05 | Kommentare deaktiviert

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Ich singe, dass sich die Balken biegen!!

 

Ich habe mich ja schon laange nicht mehr auf unserem Blog gemeldet. Da wir es doch mal Zeit, dass ich euch was schreibe.

Nun gibt es aber soo viel, von dem ich hier erzählen könnte und nen Rundbrief sollte ich ja auch mal wieder schreiben…

Also schränke ich das ganze jetzt mal ein und erzähle euch von meinem Hobbies!

 

Kurz vor Weihnachten, bin ich zwei „Musikgruppen“ bei getreten.

Ridyus und Petrus.

Ridyus, ist Momentan eindeutig aktiver. Wir sind eine bundgemischte Gruppe. Da wäre Ayu, die 9 Jahre alt ist und Adi, der 22 Jahre alt ist.

Ja so ist das, Alter, spielt hier irgendwie nicht so ne wichtige Rolle.

Wir, die Mädels singen und „tanzen“. Wobei ich das nicht wirklich tanzen nennen würde. Es sind wohl eher passende Handbewegungen die eben zum Liedtext  passen ;)

Die Jungs, spiele Gitarre, Trommel, Gamelan und hin und wieder, müssen auch sie mal ein bisschen singen.

Die Proben sind immer sehr amüsant. Und machen echt Spaß. So ist das Proben meist eig. eher nebensächlich.

Schließlich gibt es ja auch noch wichtigeres „zu besingen“. So hatte letzte Woche Bima Liebeskummer, da seine Freundin Schluss gemacht hat. Der arme, der ja eh schon nicht in Topform war, wurde dann mit allen passenden „Liebeskummerliedern“ auf javanisch wie indonesisch zugeträllert!!

Allen macht das riesen Spaß, nur Bima nicht ;)….

 

Im Ernstfall, „performen“ wir dann bei Gottesdiensten.

Bei unserem ersten Auftritt, war es erst ein Mal eine Sensation, dass ich- die Deutsche- „tanzen“ kann!!

Beim „Kinderweihnachten“ hat es unseren Pfarrer so beschwingt, dass er mit mir erst mal das Tanzbein geschwungen hat J

 

Zu Ostern, wollen wir jetzt ein Deutsches Lied einüben!!

Leider, ist mir bis jetzt noch kein schönes schwungvolles Osterlied eingefallen. Also wenn ihr da irgendwelche Ideen habt, nur raus damit!!!

 

 

Petrus, ist meine andere Gruppe. Wir sind so um die 12 Jugendliche, alle in meinem Alter.

Hier singen wir dann so richtig, natürlich ohne Noten. Wäre ja auch völlig überflüssig, da die Indonesier, echt begabt sind, was dass singen angeht. Dass kann manchmal ganz schön einschüchternd sein aber auch verdammt nochmal ansteckend.

So gehe ich jetzt schon dem Einen oder Anderen auf die Nerven, wenn ich so vor mir hin träller- mit falschem Text. Aber was soll ich machen, wenn mir die Wörter nicht mehr einfallen wollen, muss ich mir eben was (meiner Meinung nach) passendes einfallen lassen ;)

Aber es sind alle immer sehr erstaunt, wenn ich dann plötzlich ein Indonesisches Lied singe!! Damit kann ich ganz schön punkten :D

Mit Petrus, haben wir auch schon zweimal deutsch gesungen.

Auf einer Weihnachtsfeier, haben wir schunkelnd „Stern über Betlehem“ gesungen.

Ihr werdet euch bestimmt noch an diese „Deutschlandflaggen- Stifte“ erinnern, die es zur WM gab. So einen habe ich auch mit hier her genommen.

Also mussten den dann auch alle auftragen. Nachdem ich ihnen erst ein Mal 100%ig versichern musste, das der gaaanz einfach wieder abgeht.

 

Obwohl ich es ja auch lustig gefunden hätte, wenn nun alle mit Deutschlandflagge rum laufen  :D

 

Manche werden ihn vll. noch von früher kennen, meinen Mentor Pak Tris. Er hat früher für 5 Jahre in Wuppertal gelebt, sozusagen (m)ein „VEM-Kollege“ ;)

Er ist Pfarrer, zwar schon pensioniert, predigt aber immer noch. Als er bei uns in der Kirche, den Gottesdienst gehalten hat, hat er sich gewünscht, dass wir „Bewahre uns Gott“ singen. Naja seine Idee war, dass ich alleine singe! Aber das wollte ich der Gemeinde und mir dann doch nicht antun.

Also habe ich Petrus um Hilfe gebeten.

So haben wir dann „Bewahre uns Gott“ auf Deutsch und Indonesisch gesungen. Es hat allen wunderbar gefallen!!

Bald wollen wir ein deutsches peppigeres Lied singen. 

 

 

So im Allgemeinen, würde ich sagen, dass man die Proben hier, nicht mit den Chorproben aus dem Schulchor vergleichen kann.

Es ist viel lebendiger und es steckt mehr Energie dahinter. Zwar fehlt meist jegliche Disziplin, aber das Ergebnis, ist einfach sensationell. Diese Stimmen hauen einen teilweise echt vom Hocker. Zweistimmig, erklärt sich natürlich von selbst.

Ein „Dirigent“ ist hier wohl so überflüssig, wie meine 1000 Pflaster, die ich aus Deutschland mitgebracht habe…

 

Was mich angeht, kann ich nur sagen, dass mir das Singen einen riesen Spaß macht. Früher, im Schulchor oder Musik Lk, habe ich mich immer vornehm zurückgehalten, damit auch ja niemand meine schiefen Töne hört.

Hier lass ich meinen Stimmbändern freien Lauf und singe was das Zeug hält. Laut singen, macht ja auch einfach viel mehr Spaß und verleiht der Stimme einen viel besseren Klang!!

Mein Fazit: Weg mit der Schüchternheit und ein Hoch auf alle Töne, ob schief oder gerade!!!

 

Nun trällere ich ein paar Grüße, nach da trüben zu euch nach Deutschland, eure Lena!!

 

 

Selamat tahun baru!!

Autor: LenaDawin | Datum: 04 Januar 2011, 08:19 | Kommentare deaktiviert

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Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie schnell die Zeit umgeht. So habe ich in den letzten paar Wochen mal wieder ziemlich viel erlebt! Viel zu viel, um alles hier alles zu erzählen…

Zum Beispiel, konnte ich schon den beeindruckenden Tempel Borobudur (Weltkulturerbe)bestaunen!

 Ich hatte mir das immer sehr schön entlegen und vor allem ruhig vorgestellt… Pustekuchen!!

Der Parkplatz gleicht eher einem riesen großen Markt und schon bevor das Auto den Motor abgestellt hat, tummeln sich um die 5 Händler mit allem möglichen Krams um einem herum und wollen ihre Ware an den Touristen bringen.

Auf dem Borobudur selber ging’s dann ähnlich weiter. An dem Tag waren wohl mehrere Klassenausflüge und zu meinem Leid, liefen alle Schüler in kleinen Grüppchen mit einem Diktiergerät auf der Suche nach Touristen durch die Gegend.

So habe ich mein erstes Interview gegeben, musste dann aber bei der Frage stutzen, „Ob ich den Vulkan Merapi mag?!“. Ich weiß nicht, ob man etwas mögen kann, was vor ein paar Wochen noch vielen Menschen, das Leben gekostet hat…

Der Borobudur an sich, ist wirklich sehr beeindruckend und einfach … naja „WOW“!

 

Übrigens, artet das mit dem Essen inzwischen aus. Seitdem ich meinem Gastpapa gesagt habe, dass ich wirklich nur noch dann essen möchte, wenn ich hunger habe, fragt er mich jedes Mal, wenn ich ihn sehe, ob ich denn auch schon gegessen habe und im Endeffekt gewinnt er und ich sitze wieder vor einem völlig überfülltem Teller! Das Problem, an der ganzen Sache ist, mein Hunger und ich, wir sind uns schon lange nicht mehr über den Weg gelaufen!!

Hier mal ein kleines Beispiel:

Morgens um 7 bekomme ich nen Teller voll  Kekse (bezeichnen mein Leute hier als Brot), ne Stunde später, schau ich mir mit meinem Papa ne Silvesterparade im Fernsehen an, natürlich nicht ohne Pisang goreng (=gebratene Banane) und ich kann natürlich nicht widerstehen, noch eine Stunde später bringt er mir ne riesen Portion Nudeln. Als wäre das noch nicht genug, drängt mich einige Minuten später Bu Waras (Haushälterin) zum Essenstisch!! So und jetzt stellt euch diese Prozedur dreimal täglich vor!!

Ich übe mich jetzt im demonstrativen langsam essen, lerne den rechten Moment zu erkennen, indem keiner auf mich achtet und räume meinen Teller ab (ohne in wirklich leer zu machen) Lebenswichtige Vokabeln, sind „Ich bin satt.“, „Wenn ich noch mehr esse, werde ich platzen!“ und auch sehr hilfreich, sind „Bauchschmerzen“.

Es ist ja irgendwie verrückt, ich beklage mich hier übers Essen und nen Moment später, kommt bestimmt wieder eine Bettlerin zu uns ans Haus. Da läuft doch irgendwas schief!!

So viel zum Thema „Essen“…

 

In der vergangen Woche, habe ich meinen Cousin zu einem Militärball begleitet. Was mir im Vorhinein mehr als Kopfschmerzen bereitet hat. Morgens wurde ich gefragt, ob ich Tora irgendwohin begleiten  möchte. Nun ja, ich sage eigentlich grundsätzlich „Ja“, schließlich will ich ja alles mitnehmen, was geht, auch wenn ich nicht so ganz verstehe, worum es eig. geht.

Und ich habe mir ja nichts dabei gedacht…

Erst später dämmerte mir,  dass diese Veranstaltung mit nem Abiball vergleichbar ist und ich bitte im „long Dress“ erscheinen soll, schließlich tragen alle Jungs, ihre Militäruniform, die ja auch recht schnieke ist!

Na super, auf der Packliste der VEM stand nichts vom „long Dress“! Also  hab ich mich in meinen weißen Rock gezwängt (der mittlerweile echt zu klein geworden ist) und nen Batikoberteil übergeschmissen und war eindeutig underdressed!

Ich machte mich also schon mal auf einen „tollen Abend“ bereit. Denn ich sah es schon vor mir: Alle anderen Mädels super zierlich und super aufgebräzelt und wunderschön…Zu allem Überfluss falle ich ja auch  grundsätzlich auf!!

In der mehr als „Hochzeitsfeier“ würdigen Lokation angekommen, fühlte ich mich kein Stück wohler. Hätten sie nicht das Album von Jason Mraz im Hintergrund laufen lassen, hätte ich wahrscheinlich heimlich die Flucht ergriffen. Aber ich habe es einfach mal als ein  Zeichen gedeutet: „Augen zu und durch!“

Allem in allem, war es dann doch ein guter und vor allem interessanter Abend. Ich bin froh, dass ich einfach immer ganz naiv  „JA“ sage, wenn ich gefragt werde: „Lena mau ikut?“ (Möchtest du folgen bzw. mitkommen?) . Zwar hat es mich gestern im Vorfeld und auch noch auf der Veranstaltung mehr Nerven gekostet, als ich eig. habe, aber im Endeffekt war es einfach gut! Denn am Ende wurde sogar noch richtig getanzt und ich konnte noch mal meine Hüften schwingen, was ich schon richtig vermisst habe!!

 

Inzwischen, fühle ich mich wirklich richtig wohl in meiner Familie und auch in der Kirchengemeinde. Meine Ängste, dass weitere 8 Monate ja echt noch ne lange Zeit sind, habe ich kurzer Hand mal über Bord geworfen!

Übrigens ist mir in den letzten Tagen aufgefallen, dass ich anfange auf Indonesisch zu denken! Da hab ich mich erst mal gefreut. Zwar scheint es mir immer noch unvorstellbar irgendwann die Sprache beherrschen zu können, aber, dass scheint mir doch ein guter Anfang!!

Außerdem, habe ich hier einfach ganz wunderbare Menschen um mich herum und bei so viel Sonnenschein, bleibt einem  gar nichts anderes übrig, als die Welt, (in den meisten Fällen) von der sonnigen Seite zu betrachten J

 

Sicher vermisst ihr meinen Bericht über Weihnachten und Silvester. Zu Weihnachten, kann ich nur sagen, für mich gehört zu einem „richtigen“ Weihnachten, mehr als eine 24, 25 oder 26 auf dem Kalender. Daran wird sich wohl auch niemals was ändern.

Naja und Silvester, habe ich Dummerweise erst NACH 24Uhr verstanden, dass hier VOR 24Uhr „gefeiert“ wird.... :D

Aber mein Cousin, hat sich meiner erbarmt und ist noch mit mir durch Surabaya gefahren.

Ich habe noch nie so ein Verkehrschaos gesehen! Der absolute Wahnsinn!!

Wir hatten noch viel Spaß und ich habe ganz wichtige Vokabeln gelernt, die ich anwenden kann, wenn ich mal wieder geärgert werde …

Soweit es mein Wortschatz zulässt, kann ich aber auch schon wunderbar austeilen und „zurück ärgern“!!  J

 

Am 20. Januar kommt Rabea zu mir und zusammen fahren bzw. fliegen wir dann drei Tage später nach Medan. Da wird das Zwischenseminar für uns Freiwillige stattfinden und anschließend werde ich mit Rabea und Janina (beide Freiwillige der VEM) noch ein bisschen Rumreisen. Ich freue mich schon wie ein Honigkuchenpferd und bin gespannt, auf alles was kommen wird!!

 

Ich wünsche euch allen noch einen guten Start ins neue Jahr, genießt es!

Ich tue es auch! Ganz liebe Grüße, eure Lena

 

 

Könnte ich euch einen Anhang schicken, wäre es eine wärmende Umarmung :)

Autor: LenaDawin | Datum: 15 Dezember 2010, 12:03 | Kommentare deaktiviert

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Nach langer Zeit, habe ich mal wieder einen Blick, auf unseren Blog geworfen. Jetzt fühle ich mich natürlich verpflichtet, ein bisschen zu schreiben!

Ich kann aber nicht auf alles eingehen, da mein Rundbrief schon in Arbeit ist und ihr ja nicht alles zweimal lesen soll…

 

Nen paar Infos gibt’s aber trotzdem!

 

Ich bin jetzt seit gut einem Monat hier in Wiyung  - ich will nicht übermütig werden, aber ich glaube ich komme gerade so langsam an und fange an, mich richtig wohl zu fühlen!

 

Ich bin hier definitiv nicht in nem Dritte Welt Land gelandet.

Wer einen oberflächlichen Blick, auf mein neues Leben wirft, wird meinen, es sei gar nicht so anders. Aber gewinnt man einen tieferen Einblick, wird schnell klar: „Oh doch, hier ist irgendwie vieles gleich und doch ganz anders!“ 

Ja klingt irgendwie komisch, ist es auch manchmal wirklich…

 

So muss ich mich immer noch daran gewöhnen, dass Jeder mitten in der Öffentlichkeit einfach mal eben laut Rülpst. Außerdem muss ich immer ein „Schulz“ unterdrücken ;)

 

Was ich anfangs doch auch sehr komisch fand, war die Frage: „Sudah mandi?“ („Schon geduscht?“). Diese Frage, hat hier ungefähr den gleichen Stellenwert, wie bei uns „Wie geht’s?“…

Am unpassendsten, scheint mir diese Frage aber, wenn ich frisch "geduscht" noch mit klitsch nassen Haaren meinem Gastpapa gegenüber stehe und er fragt: „Sudah mandi?“

Joa mein Gastpapa ist schon recht drollig, aber sehr  liebenswert! ;)

 

Mit der Sprache komm ich schon ganz gut zurecht. Klar verstehe ich ziemlich oft nur Bahnhof, aber das ist irgendwie schon so normal, dass ich das gar nicht mehr so richtig wahrnehme.

So habe ich heute erst nach der Predigt realisiert, dass ich ne ganze Menge verstanden habe!!!

 

Tja, was die Sprache angeht, machen die es mir hier aber auch echt nicht einfach! Hier gibt es nämlich eine große Auswahl an Sprachen…

Da wäre: Indonesisch (beherrsche ich ja schon ein wenig), Javanisch (ich kann bestimmt „schon“ 10 Wörter… Naja, Javanisch teilt sich dann auch noch mal in drei verschiedenen Sprachen auf. Für Jüngere, Gleichaltrige und Ältere!!) und als würden zwei Sprachen (es sind ja schon gefühlte vier verschiedene)  nicht reichen, wird hier in Surabaya ein krasser Slang gesprochen, der nicht mit „Hessisch“ oder so vergleichbar ist…Leider auch nochmal eher eine eigene Sprache!!

 

 

Die Straßen Surabayas sind übrigens der pure Horror.

Und meine Gastschwester hat echt nen aggressiven Fahrstil, der mir schon öfter mächtig Angst eingejagt hat!! Aber bis jetzt ging es immer gut aus!!

Tja, und nun stürze ich mich jeden Morgen mit meinem zu kleinen Fahrrad auf diese Straßen! Ich fahre immer ganz links (so wie es sich hier gehört).  Manchmal, sind die Straßen völlig leer, meistens gibt’s aber nen krassen Stau (Fahrrad-und Rollerfahrer drängeln sich aber ganz unverschämt an Autos und LKWs vorbei) und es kam auch schon mal vor, dass nen paar Kühe mir den Weg versperren. Tja „Sadtkühe“ haben hier nicht so ne schöne Wiese für sich alleine, wie die „Vollmarshäuserkühe“…

 

Es gibt jetzt noch so viel mehr zu erzählen, aber ich bin gerade furchtbar faul… tut mir leid!

Ich versuche bald auch mal nen Haufen Bilder hochzuladen.

Und verspreche, mich demnächst öfter zu melden!

 

Bis bald und herzallerliebste Grüße, eure Lena  :)

 

 

Ps: Die sind hier so krass Handyverrückt!! Mein Rekord, liegt bei ca. 50 sms an einem Tag.

Während andere nen Tennisarm haben, habe ich hier nen Handydaumen!!!

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Neues aus der WG von Rabea, Lena und Familie Gecko

Autor: LenaDawin | Datum: 17 Oktober 2010, 16:05 | Kommentare deaktiviert

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Zur allgemeinen Info: Uns geht es hier sehr gut und sogar unser Orientierungssinn funktioniert mittlerweile- fast…

Nach einem angenehmen Wochenende bei Ibu Jekti, mit einer warmen Dusche, Unmengen von Essen und riesigen, dann jedoch getrübten Erwartungen an eine Hochzeit, haben wir uns in der letzten Woche wieder dem Indonesisch-Kurs gewidmet.

 

Voller Erwartungen (die fast dazu führten, dass wir uns neue „hässliche“ schicke Klamotten kauften  und uns den Kopf zergrübelten, ob wir wirklich ohne Geschenk hingehen können)  machten wir uns Sonntag auf den Weg ins malerische Batu, zu einer Hochzeit. So verbrachten wir 45 Minütchen völlig irritiert, aber trotzdem mit asiatischen Dauergrinsen und immer darauf wartend, wann es denn endlich anfängt, auf der „Hochzeitsparty“. Naja und dann sind wir gefahren.

Kurz und knapp ein Ablauf einer ganz normalen indonesischen Hochzeit:                                                                                               Alle Gäste haben auf ihrer Einladung stehen, von wann bis wann sie kommen können.  Man erscheint dann, in seinem „Zwei- Stündchen- Zeitfenster“, da im nächsten  „Zeitfenster“ die neue Masse an Gästen kommt und geht.                                                                  Angekommen, werden der Reihe nach alle wichtigen Hände geschüttelt, die netterweise schon auf einem pompöses Podest gut angeordnet den Tag verbringen und macht dann einen exklusiven Schnappschuss mit dem scheinbar eingefrorenem Brautpaar .                                             Der Weg führt weiter ans Buffet und von dort aus auf einen der vielen Stuhlreihen um in Reih und Glied mit dem Teller aufm Schoß, sich den Magen voll zu stopfen. Dann kassiert man sein Ohle- Ohle (ein typisches Essens-Geschenk, welches man nach jedem Zusammentreffen vom Gastgeber  bekommt) und verlässt die Feier, ohne ein Wort mit dem Brautpaar gewechselt zu haben.                

 

Unsere Vor-und Nachmittage verbringen wir  bei zwei unterschiedlichen,  aber super netten „Indonesisch-Lehrerin“. Hier lernen wir außer der Sprache, das Zubereiten von gebratenen Bananen, etwas über Malangs Geschichte, indonesisches Theater und javanische Gepflogenheiten kennen.                                                                                               Zwar kommen wir mit dem Vokabellernen nicht hinterher, verbuchen bei der praktischen Anwendung jedoch einige Fortschritte.

Inzwischen hören wir nicht mehr nur den Islam, sondern tauchen auch tief in den christlichen Alltag ein. So waren wir diese Woche in sage und schreibe VIER Gottesdiensten (Zur Erinnerung, die Woche hat auch hier nur sieben Tage.).                                                                                                Wahrscheinlich war es für uns diese Woche nur so häufig, weil Jeder uns einladen möchte. Trotzdem, ist es völlig normal, dass Jeder Christ jeden Sonntag zur Kirche geht. Dafür stehen auch die Kinder und Jugendlichen gerne am einzigen  freien Tag der Woche um halb Fünf auf.  Außerdem  gibt es hier für jede Altersgruppe einen großen, intensiven,  wöchentlichen Hauskreis ("Hausgottesdienst").  Wir verstehen teils zwar noch keinen wirklichen Inhalt, nehmen aber gerne an der Gemeinschaft teil.                                                                 Übrigens gibt es hier auch jedes Mal ein Ohle-Ohle.

 

Etwas, was vielleicht gar nicht an dieser Stelle passt,  uns aber 24 Stunden am Tag ins Auge springt und unser kleines „grünes Herz“ sehr belastet, ist die krasse Umweltverschmutzung!!                                        Hier gibt es weder Mülltrennung oder öffentliche Mülltonnen, noch den Sinn für Sauberkeit außerhalb der eigenen Vierwände. So landet der Müll auf der Straße, im Park, im Fluss, eben genau an der Stelle, wo er einem lästig wird. Und geschieht dies im Bus, wird der Müll einfach vor die Kühlerhaube des nebenan fahrenden Wagens geschmissen.                                                                                      Wenn dann gemerkt wird, dass doch ein bisschen viel Müll herumliegt, wird dieser einfach an Ort und Stelle verbrannt (egal was)!                                                                                                                                              Außerdem wäre es ja völlig absurd mal den Motor auszustellen, wenn man auf einem Parkplatz steht und fünf bis zehn Minuten wartet…                                                                                                                           Mit unserem grünen Daumen können wir hier also (leider) noch Niemanden überzeugen.

Wir haben aber einiges mit unseren neuen indonesischen Freunden und Bekannten gemeinsam: den Spaß an Gemeinschaft, die Liebe zum Essen und gegenseitiges Interesse :)                                                            Nur unser Humor, kommt noch nicht auf einen gemeinsamen Nenner.  Der Sinn für Ironie, ist genauso wenig vorhanden, wie der Sinn für Umweltschutz. Deswegen, sind wir froh noch ca. drei Wochen zusammen zu sein.

 

Ein freudiges und frohgesinntes „Bis bald“ aus dem immer sonnigen und gut behüteten Indonesien, eure Lena.

 

 

Ps: Liebe Grüße auch von unseren Mitbewohnern der Geckofamilie, die täglich größer wird.

 

Angekommen in Malang!

Autor: LenaDawin | Datum: 28 September 2010, 14:44 | Kommentare deaktiviert

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Herzlich willkommen im Chaos!

Stellt euch vor:

Sternenklarer Himmel, kilometermeterweiter paradiesischer Urwald, hin und wieder kleine Hütten mit idyllischen Vorgärten und einer  eindrucksvollen Geräuschkulisse.

Genau so hatten wir uns den Weg  von Surabayas Flughafen nach Malang vorgestellt.

Stattdessen stellten wir uns nach einer knappen Stunde die Frage: Sind wir immer noch in Surabaya?

Es stellte sich heraus, dass man hier niemals direkt über Land fährt, sondern ununterbrochen die Häuschen direkt an die großen Hauptverbindungsstraßen gebaut sind.

Jetzt würden wir euch gerne  ein realistisches Bild von Indonesien und speziell  von  Malang vermitteln, aber glaubt uns - man muss es gesehen, gehört und gerochen haben. Vielleicht können euch die Bilder helfen…                          

Nun zu unserer neunen Heimatstadt:                                                                                                                             Unsere erste Erkundungstour haben wir mit dem Roller in die Stadt gemacht (wir saßen natürlich  nur hinten drauf). Die Straßen sind hier von Rikschas, Motorrollern, Bullis (öffentliches Verkehrsmittel) und ein paar Autos komplett überfüllt! Ein Gehweg für Fußgänger ist gar nicht erst vorhanden. Wird hier aber sowieso nicht gemacht, denn jede Straßenüberquerung scheint ein erhöhtes Risiko zu sein!

Jeder Indonesier empfindet Malang als angenehm kühl. So laufen die meisten hier in Pulli und langer Hose rum. Wir schwitzen trotzdem bei 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit! 

 Davon abgesehen fühlen wir uns sehr wohl, denn die Menschen  sind hier sehr hilfsbereit. Vor allem unsere Ansprechpartner sind sehr geduldig mit uns und unserem indonesisch.  Zurzeit arbeiten wir an unserem indonesischen Personalausweis. Aber das dauert noch ein bisschen. 

Momentan genießen wir noch die Freiheit und Welpenschutz. Heißt  aber leider auch: totale Abhängigkeit!

Hier in Indonesien, sind 80% der Bevölkerung muslimisch. Das sieht und hört man sofort!! Das erste  Mal wird um vier Uhr zum Gebet gesungen bzw. gerufen. Nachteil unseres Hauses ist, dass wir von vier oder fünf Moscheen umgeben sind. Selbst bei geschlossenem Fenster, sind die Rufe zum Gebet, so laut wie Sirenen.  Zur Erinnerung, es wird fünfmal am Tag gebetet.                                                       

Großer Vorteil: wir genießen eine normal Toilette J

Zum Schluss noch ein paar Wörtchen zum Thema Essen: Reis, Reis, Reis, Reis,…..

 

Viele liebe Grüße und eine verschwitzte Umarmung eure Lenschii :)

 

PS: Die Leute sind hier fasziniert von Herbst-und Winterfotos aus Kassel. Wer hätte gedacht, dass   Kassel so bestaunt wird?!

 

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